Chronik des Vereins
Im Jahr 1916 wurde der Verein unter dem Namen "Fischereiverein Bündner Oberland" gegründet, dies nur ein Jahr nach der Gründung des kantonalen Vereins. Über die ersten Jahre des Vereinslebens ist nichts überliefert. Offenbar ging der Verein sogar kurzfristig ein.
Im 1936 fand dann eine Neugründung statt, Kapital und Vereinsname wurden übernommen. Der Verein zählte bei der Gründung 21 Mitglieder; der Jahresbeitrag lag bei Fr. 2.50, wobei Fr. 1.00 dem kantonalen Verein abgebgeben werden musste.
Die Probleme, die die Fischer damals beschäftigten, waren gemäss den vorhandenen Protokollen, Einschränkungen des Kantons bei gleichzeitig steigenden Patentkosten, stark schwankender Fangerfolg, geringe Aktivität der Mitglieder und speziell zu erwähnen, der Fischotter. Für jeden, durch ein Vereinsmitglied erlegten, Otter bezahlte der Verein Fr. 10.-. Auch die Wildenten waren unbeliebt, da sie als Fischräuber angesehen wurden. An die gesetzlichen Regeln hielten sich auch damals nicht alle: 1948 wurden Vereinsmitglieder gebüsst, weil sie das Froschfangverbot missachteten.
Schon ein Jahr nach der Neugründung beklagte der Präsident das mangelnde Interesse der Mitglieder, was 1941 darin gipfelte, dass bereits wieder über eine Auflösung des Vereins diskutiert wurde.
Der Fangerfolg war wie gesagt schwankend, was folgende Auszüge aus den Jahresberichten belegen:
1952: „… ich kann euch nur so viel sagen, dass mir durch meine misslichen Fangerfolge im letzten Sommer die ganze Angelegenheit verleidet ist. Meine ganze Beute von sage und schreibe 3 Forellen, wovon 2 nicht einmal 100% Massstab, gäbe eine Witz für den Nebelspalter.“
Von der Zeit zwischen 1962 und 1977 fehlen die Angaben zum Vereinsleben, da sich ein „übereifriges“ Vorstandsmitglied mit sämtlichem Vereinsgeld und allen Unterlagen aus dem Staub gemacht hat.
Die Zeit ab den 70er-Jahren ist geprägt durch lange Präsidentschaftszeiten (Glieci Camenisch, Guido Caduff, Reto Gartmann) und entsprechend stabilen Verhältnissen. Bis anfangs der 80er-Jahre stieg die Mitgliederzahl noch auf 92, danach begann ein regelmässiger Rückgang auf aktuell 46 Mitglieder. Diese letzten rund 30 Jahre zeichnen sich – trotz des Mitgliederschwundes – durch eine erfreuliche Zunahme der Vereinsaktivitäten aus.



